20.000 demonstrieren gegen neue Regierung

Auf der einen Seite denk ich mir auch was soll das.

Das bringt doch nichts und noch ist ja nichts schlimmes passiert.

Auf der anderen Seite wenn die Befürchtungen sich erfüllen haben diese Leute ein reines Gewissen und die anderen sind die Dummen, weil wir es nicht haben kommen sehen.

Wir sind zu jung um zu wissen wie es wirklich war vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs. Wieviele werden damals wohl geglaubt haben, dass alles okay ist. Und erst zu spät gemerkt haben was passiert.

Auch heute sind wir sogar innerhalb der EU von Staaten umgeben die menschenrechtlich mehr als bedenklich agieren. Aber der Rest der Welt unternimmt nichts.

Wenn es hart auf hart kommt und man uns wirklich demokratische Errungenschaften wieder nimmt. Wer wird uns dann helfen.

In Polen gibt es Abtreibungsgesetzesentwürfe die Frauen nicht mal nach Gewaltakten eine Abtreibung zugestellt würden.

Auch jetzt sind die Gesetze bereits sehr schwierig für die Frauen.

In Ungarn werden Flüchtlinge wie Vieh behandelt.

Und beides wünschen sich Teile der österreichischen Regierung auch für uns.

Da fragt man sich wann ist es sinnlos oder sinnvoll auf die Straße zu gehen. Und sollten wir uns von ein paar Krawallmachern abhalten lassen.

Vielleicht sollten wir uns nicht mehr darauf rausreden, dass Demonstranten zu viel Freizeit haben. Sondern uns fragen ab wann wir selbst bereit sind unsere Zeit bei Nieselregen im Demozug zu verbringen um einen Aufschrei zu machen.

Ich gebe zu ich bin noch nicht an dem Punkt auf die Straße zu gehen. Aber was wenn der Punkt kommt und ich es verpasse. Und wir am Ende vielleicht doch wieder in einer Diktatur landen. Noch sind wir frei zu reden und schreiben und demonstrieren. Und hoffentlich bleibt es so. Aber vielleicht sollten wir uns weniger von Medien aufstacheln sondern mehr Fragen stellen und genauer zu hören.

6 Kommentare

  • Sag mal, hast Du jetzt die Medienberichte über die bösen Länder der EU tatsächlich geschluckt? Kennst Du einen neuen Gesetzesentwurf zum Schwangerschaftsabbruch in Polen? Weißt Du, was da genau drinsteht? Hast Du den gelesen? Weißt Du, dass der Letzte Anlauf für eine solche Gesetzesänderung im Oktober 2016 im polnischen Parlament kläglich gescheitert ist? Weißt Du, dass das liberalere Schwangerschaftsabbruchrecht in Österreich und Deutschland (die DDR war ein paar Jahre schneller als die Bundesrepublik) auch erst seit Mitte der 70er Jahre gilt? In Portugal sind sie übrigens erst seit 2007 soweit.
    Ja, das polnische Abtreibungsrecht ist (jetzt schon) eines der restriktivsten Gesetze in Europa… hat vermutlich was mit der konservativ-katholischen Prägung zu tun, aber es ist derzeit auf jeden Fall noch im Rahmen.

    Und WO IN UNGARN werden Flüchtlinge wie Vieh behandelt? Ich wohne ja nun echt in Grenznähe, hab es nicht weit bis zum Zaun und auch nicht bis zum Auffanglager in Röszke… aber sowas ist mir bisher noch nicht untergekommen. Glaubst Du tatsächlich den ganzen Scheiß, der in den Medien gegen Ungarn angebracht wird? Das berichten zwielichtige Organisationen und die Medien machen da dann noch ihren eigenen Mist draus.

    Und achte mal drauf… IMMER, wenn wieder auf Polen oder Ungarn gezeigt wird, dann läuft im „guten Westeuropa“ irgendwas gewaltig schief und man braucht eine Ablenkung.

    Eine Meinung bildet man sich am besten, wenn man verschiedene Quellen heranzieht, vielleicht – wenn möglich – mit Menschen spricht, die sich da aufhalten, wo was passiert sein soll und indem man sich die Fakten selbst anschaut (z. B. einen Gesetzesentwurf und den vielleicht auch mit Gesetzen in anderen EU-Staaten vergleicht).

    • Was Polen angeht, da kam mir tatsächlich der von der erwähnte 2016 abgelehnte Entwurf in den Sinn.

      Und was Ungarn angeht habe ich bzw. mein Mann ungarische Freunde (eine ganze Familie) die zwar in Wien arbeiten, aber viel ihrer freien Zeit in Györ verbringen

      Hoppla zu früh am senden angekommen. Jedenfalls wollte ich noch schreiben, dass ich mich auf deren Berichte bezogen habe. Und es ist für die Leser vielleicht besser nachzuvollziehen was die Menschen hier befürchten wenn man ihnen diese Beispiele nennt (selbst wenn sie nicht deiner Erfahrung vor Ort entsprechen).

      Bitte bedenke du hast vermutlich nicht jedes Auffanglager in Ungarn gesehen.

      Die meisten Österreicher werden auch sagen dass wir Flüchtlinge gut behandeln. Aber wer Traiskirchen gesehen hat als es 4 mal über seine eigentliche Kapazität belegt war, nur weil andere Bundesländer keine Flüchtlinge aufnehmen wollte. Sieht das anders.

      Zurzeit hört man Interviews und Partei interne Auftritte der FPÖ, dass man Flüchtlinge an einem Ort konzentrieren will, schon die Wortwahl spricht Bände.

      Und über die Einstellung der FPÖ zum Schwangerschaftsabbruch konnte man schon sehr viel von Norbert Hofer bei der Präsidentschaftswahl hören.

      Und das sind nur 2 der Beispiele die mir Sorgen machen.

  • Was man sehr schön an deinem Demo-Beispiel sehen kann ist, selbst wenn 20.000 auf die Straße gehen, hat das lediglich Unterhaltungswert, also stelle dir mal eine Dampfer-Demo gegen die restriktiven Einschränkungen mit 20.000 Demonstranten vor (mal abgesehen davon, dass man so viele gar nicht auf die Straße brächte). Demos selbst mit 500.000 Teilnehmenden wie seinerzeit in Deutschland (Bonn, Friedensbewegung) bewirken über ein persönliches gutes Gefühl („wir waren dabei“) politisch null und nichts. Ebenso wenig wie in allen anderen Ländern. Unterhaltung, und werden sie zu lästig, werden sie verboten. Das war’s.

    Bewirken können nur Streiks oder Generalstreiks etwas, doch dazu brauchst du 90 Prozent der Bevölkerung hinter dir. Beim Thema Abtreibung, Flüchtlinge und E-Dampfen liegt die Unterstützung in der Bevölkerung aber eher im umgekehrten Verhältnis.

    Was am Ende, also bei einer bewertenden Rückschau nach 50 Jahren oder so, richtig oder falsch war, welche Politik sich als gut oder als schädlich herausgestellt hat, lässt sich logischerweise nie in der betreffenden Gegenwart erkennen. Die Chance, dass jemand bei seiner Prognose richtig liegt, ist 50 zu 50 – immer, denn wenn eine noch unbekannte Zukunft in den 1920er Jahren (z.B. Holocaust) nicht einmal geplant ist, kann man sie auch nicht vorhersagen, sondern nur ins Blaue hinein schätzen oder raten oder auch erfinden – und von den vielen Prognosen, die nicht eingetroffen waren, hört man hinterher nichts mehr, nur die, die sich bewahrheiteten, bleiben in den Köpfen.

    Geschichte wiederholt sich nicht, nur menschliches Verhalten bleibt gleich. Der Holocaust wird sich nicht eins-zu-eins wiederholen, doch der Antisemitismus wird für Israel zur weltweiten Existenzbedrohung gerade durch linke Politik. Die BDS-Bewegung zum Beispiel macht heute exakt dasselbe („Leute, wehrt euch, kauft nicht bei Juden!“) wie seinerzeit in den 1930er Jahren die Nazis; Roger Waters hetzt gegen jede Künstlerin und jeden Künstler, die/der es dennoch wagt, in Israel Konzerte geben. Er ruft sogar zum Boykott dieser Künstler auf.

    Das Dumme ist, dass jeder von sich glaubt, der oder die Gute zu sein. Dabei sind geschichtlich betrachtet immer wieder die die schlimmsten, die andere Menschen erziehen wollen. Religionen, Ideologien, Sekten, Bewegungen, man kann sich von ihnen nur fern halten, allzu oft führten gerade die durchaus hehren Ziele am Ende andere Menschen ins Verderben. Es gibt nicht den guten oder den schlechten Menschen. Demos auf den Straßen sind ziemlich zweidimensional: „wir Guten gegen die Bösen“. Gerade die derzeitige österreichische Politik versucht es besser, indem sie daran arbeitet, Gegensätze zu vereinen statt die Gesellschaft zu spalten. Natürlich wird man es nie allen recht machen können.

    Meine persönliche Erfahrung ist die, dass Menschen, die heute andere als Nazis bezeichnen, diesen Begriff als rhetorische Waffe benutzen, um den anderen mundtot zu machen – also sie haben letztendlich die größere Ähnlichkeit mit den Nazis. Paradox, nicht wahr? Und da schließt sich der Kreis, denn wir sind wieder beim menschlichen Verhalten angelangt.

  • „Bitte bedenke du hast vermutlich nicht jedes Auffanglager in Ungarn gesehen.“

    Ich informiere mich aber umfassend… und das nicht nur über die (wie anderswo auch) staatlich gelenkten Medien, sondern auch über alternative Medien hierzulande, die es gibt (wie anderswo auch). Györ ist jetzt nicht das „Zentrum der Viehhaltung“ (um bei Deiner Ausdrucksweise zu bleiben)… wenn es um Flüchtlinge geht, dann spielt sich hier im Süden das meiste ab.

    Ich glaube aber, es ist zwecklos, das so zu diskutieren. Das Thema ist ausgesprochen tief und man kann vieles nur nachvollziehen, wenn man weiß wie die Nicht-Flüchtlinge (also die Ungarn selbst) auf dem Lande (in den Städten ist es ein wenig anders) leben. Mich macht nur betroffen, dass die Saat der Medien, die sich Geschichten ausdenken, aufzugehen scheint…

    • Ich denke zwar dass du es weißt, aber ich habe nichts gegen die Bevölkerung von Polen oder Ungarn. Alle die ich kennen gelernt habe waren sehr nett.

      Und wie gesagt es ging nur um Beispiele wie es zu den Befürchtungen kommt. Ich versuche seit Wochen sachlich zu diskutieren auf Facebook (funktioniert nicht). Weil man egal was von der neuen Regierung kommt, es ablehnt. Ich glaube dass hier einiges gutes auch herauskommen wird. Aber das wird man erst im Nachhinein feststellen können.

      • “Ich denke zwar dass du es weißt, aber ich habe nichts gegen die Bevölkerung von Polen oder Ungarn.”

        Dann ist es aber den beiden Völkern gegenüber ausgesprochen unfair, wenn Du mit plakativem Propagandasprech wie z. B. “Flüchtlinge wie Vieh behandelt” daherkommst. Denn nichts anderes ist es… leider wird es von den Medien so in die Köpfe gehämmert.