Ist eben doch “nur” ein Blog

Und deshalb kann ich mich hier auch ein bisschen auslassen. Mir seltsame Fragen stellen auf die ich keine Antwort habe.

Ihr müsst diese Fragen nicht beantworten. Natürlich gibt es auf viele Fragen Antworten, aber Wissen ist manchmal unbefriedigend, weil es am Gefühl nichts ändert.

An der Schreibweise werdet ihr schnell merken, dass ich diesen Beitrag nicht am Stück geschrieben habe, sondern immer dann wenn mich gerade etwas beschäftigt. 

Jetzt zum Beispiel. Gerade lese ich wie alle von der Abschaffung des Sozialstaates reden, weil die neue Regierung die Notstandshilfe abschafft. 

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich verdiene gut (für meinen eigenen Standard), andere würden das nicht so sehen. Und würde ich arbeitslos würde ich sowieso direkt nach dem Arbeitslosengeld in die Mindestsicherung rutschen. 

Und so geht es (wenn man sich die Arm-Reich Schere anschaut) vermutlich 90% der Bevölkerung gehen. Für diese ändert sich nichts. Das Geld kommt nur aus einem anderen Topf. Ändern wird sich viel für die Mittelschicht. Wer 2000 netto verdient, hat auch mit Notstandshilfe noch gute 1400. Plötzlich mit knapp 900 auskommen wird schwer. Dafür soll es für Berufstätige auch geringere Beträge geben. 

Aber gerecht ist es trotzdem. Notstandshilfe heißt nicht das Einkommen einer Vollzeitverkäuferin zu bekommen während man Arbeit sucht. 

Auch stellt sich die Frage (Unfälle und Krankheit mal ausgeschlossen). Ob jemand in einer höheren Einkommensklasse nicht eigentlich für sich selbst Vorsorge treffen sollte. Das Sozialsystem ist eben für die ärmsten der Armen gedacht. Genauso übrigens das Pensionssystem. 

Wenn man also um die Belastung der arbeitenden Bevölkerung zu reduzieren die Sozialleistungen für alle auf den gleichen Stand bringt, dann ist für mich daran nichts schlechtes zu finden. 

Aber wenn es für alle die gleichen Leistungen gibt, dann wirklich für alle. Also keine Staffelung für Paare. Beide müssen die volle Mindestsicherung erhalten, denn beide haben vorher ein volles Gehalt erhalten. Eine Staffelung für Lebens- und Wohngemeinschaften führt zu immer mehr Singlehaushalten. 

Und nun zum Anfangsgedanken. Die Abschaffung des Sozialstaates von türkis blau. Bereits seit vielen Jahren reden alle davon, dass unsere Generation keine Pension mehr haben wird, weil das System vorher kollabiert. 

Wenn man also nun alle Leistungen aufs Minimum reduziert, ist vielleicht am Ende trotzdem genug für alle da. Ich fände es tatsächlich gerecht, wenn auch der Manager eine (wie aktuell geplant) Mindestpension von 1500€ erhält, dafür aber eben auch für  die vielen Verkäuferinnen und anderen kleinen Angestellten genug Geld da ist um das Sozialsystem zu erhalten.

Ich bin kein Fan von Populismus. Ich mag weder ÖVP noch FPÖ. Aber ich vergesse auch nicht was bisherige Regierungen an Kürzungen durchgeboxt haben und jetzt den heiligen Samariter geben. 

Also es ist eben nur ein Blog der meine Sicht auf die aktuelle Tagespolitik widerspiegelt. Und da gibt es noch einige Themen die mir noch unseren den Nägeln brennen. 

Zum Beispiel das Rauchverbot

Die Schlagzeile lautet heute. Gegen die Regierung, Wirte wollen trotz Aufhebung devil Rauchverbots rauchfrei werden. 

Da ging mir nur eins durch den Kopf. Warum gegen die Regierung? Die Regierung verbietet keine Nichtraucherlokale. Sie hat nur ein beschlossenes Verbot aufgehoben. 

Niemand hält Wirte davon ab rauchfrei zu sein. Es ist begrüßenswert wenn sie das möchten. Aber diese brauchen doch kein allgemeines Rauchverbot um selbst rauchfrei zu werden. 

Ich musste ja auch nicht erst warten dass Zigaretten verboten werden um mit dem Rauchen aufzuhören. 

Und würde man jetzt Zigaretten verbieten und kurz vor Ablauf der Übergangszeit dies wieder rückgängig machen, werden auch nicht plötzlich die Raucher rufen, dann rauch aber erst recht nicht mehr wenn ihr es mir nicht verbietet. 

Oder gar die Nichtraucher (viel besseres Beispiel, denn an der aktuellen Initiative sind ja nur bereits rauchfreie Lokale beteiligt für die ein  Rauchverbot nichts ändert und auch dessen Abschaffung nicht). Ich vermute dahinter eher Kalkül. Rauchfreie Gastronomen die zwangsläufig rauchfrei sind weil damals das Geld für den Umbau fehlte, hoffen dass die Konkurrenz die die Lokale trennen konnte unter dem Rauchverbot leidet. 

Ich verstehe das ganze aktuelle Geheule nicht. Ich denke die Regierung könnte auch das bedingungslose Grundeinkommen beschließen und dazu einen lückenlosen Finanzierungsplan vorlegen. Es würden wieder welche Jammern und schreien. 

Der Neid is a Hund
Auch wenn es allen gut geht heult einer weil es den Nachbarn noch besser geht. 

Das wars für heute. Kommentiert wenn ihr wollt. Aber schreibt nur eure Meinung dazu. Für mich sind das keine Themen die zur Diskussion stehen, sondern einfach nur Gedanken die ich nieder schreiben wollte.