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Kontroversen vermeiden …. oder doch nicht?

Ich ertappe mich dabei, dass ich mir oft denke, ich würde gerne über ein Thema schreiben und es dann doch nicht tue, aus Angst dass es zu kontrovers ist. Aus Angst vor einem Shitstorm.

Ich frage mich wann das passiert ist, früher war es quasi mein erklärtes Ziel einmal im Leben einen Shitstorm auszulösen.

Ich sollte doch meine Meinung nicht verbergen nur weil ich weiß, dass es Leute gibt die nicht meiner Meinung sind und die mich vielleicht persönlich darauf ansprechen werden.

Ich sollte froh sein, denn immerhin heißt das, dass es gelesen wurde, dass man darüber nachgedacht hat ob man mich ansprechen soll und es schließlich tat. (natürlich weil man meine Meinung nicht einfach akzeptieren konnte, aber das ist ein anderes Thema).

Eigentlich sollten viel mehr Leute sich von Facebook lösen (nicht nur wegen dem Datenskandal), ja ich auch, denn das Bewertungs- und Kommentarsystem hat uns mürbe gemacht.

Wir denken bei öffentlichen Beiträgen immer öfter darüber nach ob wir das schreiben sollen. Während wiederum unsere Gegner im Netz ohne Rücksicht auf Verluste (oder Gesetze) uns ungeniert fertig machen können.

Ein Blog ist auch ein öffentliches Instrument. Warum nicht hier meine wahre Meinung niederschreiben und warten was passiert. Die Moderation gibt mir die Möglichkeit strafrechtlich relevante Postings zu unterbinden (bis jetzt nur einmal nötig gewesen, dafür gibts jede Menge Spam).

Und wenn ich mich nicht mal hier traue zu meiner Meinung zu stehen, wie soll ich es dann im richtigen Leben.

Ich gebe euch ein Beispiel:

Ich bin der Meinung, dass Homoöphatie der absolute Humbug ist. Es gibt trotz jahrelanger Anwendung keinen Nachweis über die Wirkung über den Placeboeffekt hinaus. Homoöphatie ist Zucker und kann bei Diabetikern sogar Schaden auslösen statt zu helfen.

Nun gab es heute einen Bericht im TV von einem Arzt, der aus Überzeugung (so sagt er) Kochsalzlösung als Mittel gegen diverse Krankheiten verkauft hat und deshalb wegen Betrugs vor Gericht steht. Und da frage ich mich dann schon. Ist Homoöphatie ein anerkannter Betrug am Menschen und deshalb straffrei und Kochsalzlösung (deutlich ungefährlicher als Zucker wie ich meine) ist es nicht. Den Körper zu hydrieren, mag keine heilende Wirkung haben, aber ich kann mir vorstellen, dass es zumindest eine Besserung bewirkt, die nicht alleine auf den Placeboeffekt zurückzuführen ist. Aber darüber kann man ja mal die Studien durchforsten (sollte es definitiv schon geben).

Soviel zu diesem Beispiel.

Frage: Hätte ich das nicht schreiben sollen, nur weil ich Leute kenne die an Homoöphatie glauben und diese nicht vor den Kopf stossen will?

Ich habe meine Antwort darauf gefunden, bin aber auf eure Meinung zum Thema kontrovers posten gespannt.

2 Antworten auf “Kontroversen vermeiden …. oder doch nicht?”

  1. Georg

    Naja, ich sage folgendes mal mit einem Augenzwinkern. Alles ist auch eine Sache des Alters. Wer jung ist, möchte dazugehören, schau dir Rudel junger Hunde (oder Affen) an. Ihr Ziel ist die Aktion der Gruppe und für sie persönlich eine möglichst hohe Stellung innerhalb dieser Gruppe. Dasselbe Rudelverhalten findet man bei Facebook & Co.. Es geht nie um einen konkreten Inhalt, sondern dieser Inhalt wird wahllos fürs Ausprobieren eigener Fähigkeiten innerhalb der Gruppe benutzt. Hast du Angst, etwas zu sagen oder zu tun, bist du schlicht und ergreifend an deiner Leistungsgrenze angelangt oder hast den für dich maximalen Rang in dieser Gruppe erreicht.

    Parteipolitik ist ebenfalls nichts anderes. All das ist halt unsere Natur als ein soziales Wesen. Die Chemie (Hormone zähle ich der Einfachheit halber hinzu) in Körper und Kopf steuert unser Verhalten.

    Im Laufe des Lebens verändern sich diese chemischen Verhältnisse. Je älter wir werden desto weniger „chemikalisch“ sind wir und desto weniger sind wir diesen zwanghaften Reaktionen unseres Verhaltens ausgesetzt. Dafür können dann um so mehr endlich wir selber sein.

    Nun ist das aber auch nicht zu verwechseln mit den scheinbar ganz cleveren Zeitgenossen, den Revolutionären, die sich in jungen Jahren den Gruppenauseinandersetzungen und deren Machtgefüge komplett verweigern und einfach eine eigene, eine neue Gruppe erstellen. Darin sind sie dann selber die Chefs ohne einen mühseligen Verhaltenskampf ausgefochten zu haben. In dieser neuen Gruppe herrschen aber für Neumitglieder schnell dieselben Strukturen wie in allen anderen Gruppen auch.

    Bei jungen Außenseitern, die sich allen Gruppen verweigern, stimmt meistens etwas mit ihrem Chemiehaushalt nicht. Man glaubt, sie seinen klug, sie sind hingegen einfach nur krank oder beschädigt. Bei Künstlern findet sich oft so etwas.

    Wie gesagt, erst im Alter wird dir das alles mehr und mehr egal.

    Quintessenz: es gibt keine Lösung des Problems bzw. keine Antwort auf deine Shitstorm-Frage. Der Kampf gehört zum Machtprozedere wie die Milch zum Kakao.

    Homöopathie finde ich übrigens klasse – ich dampfe statt zu rauchen 😉

  2. Buyviagra

    Und Lidl hat einen Shitstorm wegen seiner orientalischen Woche“ erlebt. Einiges wurde wohl in Schweinefett ausgebacken, aber statt die Raketenforscher mal die Hinweise auf der Packung lesen, startet man lieber einen Shitstorm. Bloss nicht selber denken, wie auch als Analphabet. Und eine Pille gegen Dummheit kann auch nicht genommen werden, denn da ist Gelatine drin.

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