Lilith's Kitchen Designer von Premium-Aromen

Müssen wir uns über Preisunterschiede ärgern?

Hallo meine lieben Leser,

 

kürzlich hat meine liebe Kollegin Barbara diesen Artikel in der Nebelkrähe veröffentlicht Liquidpreise… “suchen macht Sinn”

Diesem Artikel kann ich inhaltlich natürlich voll zu stimmen, aber weil auch gerade Weihnachten naht und wir generell im Shoppingwahn sind, ist mir auch wieder etwas aufgefallen.

Vor gut 2 Jahren habe ich einen PC zusammen gestellt. Um möglichst günstig weg zu kommen habe ich die Komponenten erst bei verschiedenen Anbietern verglichen und mich dann aber entschieden alle Komponenten bei einem Händler zu kaufen, wo diese im Gesamtpaket am günstigsten waren.

Den einzelne Komponenten hätten nicht nur zusätzliche Versandkosten bedeutet sondern auch mehrere Rechnungen und Garantieverträge und im Falle eines Defekts wäre das nicht lustig gewesen.

Schließlich kam es dann nämlich sogar so, dass der PC nicht ansprang und ich es nur auf CPU oder Mainboard eingrenzen konnte und hätte ich diese Teile nun separat gekauft, wäre das beim Rücksenden umständlich gewesen, vor allem weil dann zumindest einer gesagt hätte, dass sein Teil in Ordnung war und mir die Rücksendung und vielleicht sogar die Überprüfung in Rechnung gestellt hätte.

So war es also für mich am Ende besser alles bei einem zu kaufen.

Es dauerte einige Wochen aber es kam dann Ersatz und seither läuft dieser PC wunderbar und da jetzt die Garantie abgelaufen ist, werden defekte Teile wenn sie denn mal auftreten sowieso Stück für Stück getauscht, hier kann ich dann den günstigsten Anbieter nehmen.

Nun zurück zum Beispiel im Artikel.

Ein Liquid mit 5 oder 6 verschiedenen Preisen.

Preisdiskussionen gab es ja früher schon, auch in angesehen Foren wurde da diskutiert, dass das ja eigentlich viel weniger kostet in der Herstellung und welche Frechheit es wäre.

Nun da kommt ja erstmal dazu dass zwischen Herstellung und Verkauf bei Händler XY jede Menge Schritte liegen können.

Die Herstellung eines Liquids kostet heruntergebrochen auf eine 10ml Flasche wenn man alles selbst macht und in Großmengen einkauft ca. 50 Cent, jetzt klingen 5-6 Euro im Verkauf natürlich als würde da jemand wie Gott in Frankreich leben. Aber dem ist nicht so. Den die Frage ist, wieviele Liquids hat Hersteller A hergestellt, wieviel Zeitaufwand ist dahinter und welche Kosten muss er damit nebst den Materialpreisen decken.

Selbst die berühmt berüchtigten Badewannen Mischer (die es wohl so nie wirklich gab), also die alles zu Hause hergestellt haben (ehe die TPD2 kam), müssen wenn ihr Liquid gut ankommt, ihre komplette Zeit in die Produktion stecken, können also keinem anderen Beruf nachgehen.

Als Selbständiger musst du also nicht rechnen wie hoch ist meine Marge pro Stück sondern wie hole ich die Produktionskosten herein und mein eigenes Einkommen.

Sagen wir ein Mann mit Frau und Kind hat einen Einkommensbedarf von 3000€ pro Monat. Er produziert also auf Kredit Liquid im Wert von 3000€ also 6000 Stück.

Dass ohne maschinelle Unterstützung schonmal locker einen Monat braucht, wenn es überhaupt alleine schaffbar ist, dürfte klar sein.

Also er hat 6000 Stück produziert und muss diese nun für mindestens 9000€ an den Mann bringen, denn von seinem Gewinn geht gut die Hälfte für Steuern und Sozialabgaben weg.

Der Hersteller muss also das 50 Cent Liquid schon mal für mindestens 1,50€ verkaufen. Er verkauft es entweder direkt an Händler in seiner Umgebung. Dann ist das ein annehmbar niedriger Einkaufspreis für den Händler. Der Händler hat natürlich auch Kosten Verkaufsraum, Personal und seine eigenen Lebenshaltungskosten.

Er muss also wieder eine entsprechende Gewinnspanne berechnen. Da sind wir schon bei 3 – 4 € weil der Händler deutlich höhere Kosten und Steuern und Sozialabgaben bedienen muss.

Und dann kommt noch die Mehrwertsteuer von 20% drauf. Also sind wir bei 5 Euro für 10ml.

Jetzt hat der eine Händler ein Riesensortiment und daher braucht er keine hohe Marge pro Liquid. Der andere ist nur ein kleiner Einzelhändler und muss höhere Margen einbringen.

Und wenn dann von Hersteller zu Einzelhändler noch ein Großhändler kommt, der dem Hersteller die ganze Charge abnimmt, dann steigt der Preis nochmal um dessen Marge.

Preisunterschiede sind also völlig normal und aufgrund gesetzlich verbotener Preisabsprachen und Kartellverbot sogar wünschenswert.

Nur die Nachfrage sollte den Preis und auch das Sortiment bestimmen.

Wenn ich dann oft auf Facebook lese, warum kostet Verdampfer A bei Händler X mehr als bei Händler Y, dann frage ich mich schon was den Leuten durch den Kopf geht. Den den Preis bestimmt der Händler und dezidiert dessen Kunden, nicht jeder x-beliebige auf Facebook, der nicht einmal den Laden betretten hat, sich aber über den Preis beschwert.

Oder der sich beschwert, weil er auch mal einen weiteren Weg für einen günstigen Preis in Kauf nehmen muss.

Das ist dann wohl auch der Onlineshopping Generation geschuldet und fällt beim Dampfen am meisten auf, weil in Österreich der Versand untersagt wurde.

Also nächstes Mal bevor ihr euch in Facebook Gruppen über Preise beschwert lasst euch nochmal die Rechnung durch den Kopf und nehmt euch Barbara zum Vorbild, den Suchen macht Sinn, sich beschweren weil Preise nicht überall gleich sind, macht keinen.

5 Antworten auf “Müssen wir uns über Preisunterschiede ärgern?”

  1. Georg

    Der Liquid-PC-Vergleich ist natürlich schon ein wenig lustig. Für „faule“ Leute oder solche ohne Mischkenntnisse führt kein Weg am Kauf eines fertigen Liquids vorbei, doch gerade für ein Weihnachtsgeschenk mit persönlicher Note, bei dem die oder der Beschenkte erkennt, wie viel Mühe und Aufmerksamkeit sich der Schenkende gemacht hat, ist das selbstgemischte Liquid hervorragend geeignet. Das hat weniger mit Geld als vielmehr mit dem Wert des Beschenkten zu tun, der eben nicht in Gold aufzuwiegen ist, sondern sich in der Wertschätzung der eigenen Mühe und Kreativität für den anderen ausdrückt und sich im Geschenk letztlich manifestiert.

    Die viele Arbeit gewerbsmäßiger Liquidherstellung, die du anführst, klingt beinahe wie eine Rechtfertigung, ja, fast wie ein Opfer, doch das Gegenteil ist der Fall oder sollte zumindest der Fall sein: Liquidproduktion ist eine Methode, schnell und viel Geld zu verdienen. Wer das nicht schafft und dessen Produktion mit mehr Mühe als Vergnügen an den Einnahmen verbunden ist, sollte aufhören, denn so wird das nämlich nie am Ende erfolgreich werden. Die Liquidherstellung ist weder eine schwierige Arbeit, noch kostenintensiv; jede Bäckerei und jedes Restaurant hat tausendmal höhere Kosten, Auflagen und wirklich schwere Arbeit. Also bitte sei mir nicht böse, doch Mitleid für die Hersteller und Händler oder Verständnis für die horrenden Liquidpreise sind von mir nicht zu erwarten.

    Ich weiß, dass du Liquid herstellst und verkaufst, deshalb ist deine Sicht auch aus dieser Richtung verständlich, doch jede Münze besitzt eben beide Seiten, und als Verbraucher sage ich, Liquid im Handel ist viel zu teuer und die Preise werden sich zukünftig auch verändern, so dass es sich für kleine Hersteller, wie dich, nicht mehr lohnen wird. Das ist halt wie immer im Leben: nur der Starke setzt sich durch, und die Einnahmen fallen ins Bodenlose. Hersteller von Lebensmittelprodukten, die damit Discounter beliefern, können ellenlange Arien dieses Lied des Leids singen. Für einen Premiumhandel, vergleichbar mit anderen edlen Produkten, taugt das Liquid aber wiederum auch nicht, denn es ist zu simpel.

    Alles Gute und ein frohes Weihnachtsfest.

    1. ellililith

      Auch dir ein schönes Weihnachtsfest. Aus dem Liquidgeschäft sind wir mit 20. Mai ausgestiegen. Wir machen jetzt Aromen. Auch weil es eben für die meisten Liebhaber unserer Liquids ein Vorteil und auch wir flexibler sind.

      Darum ging es mir nicht.
      Wie erwähnt beschweren sich Leute in sozialen Medien über Preisunterschiede im Offi von +-1 – 5 € bei Verdampfern oder Akkuträgern. Und dieses Jammern auf hohem Niveau wenn es um Preise zwischen 35 und 45 Euro geht kann ich nicht nachvollziehen.

      Erst recht wenn man bedenkt wieviel da einige für Liquids ausgeben.

      Ich habe im Urlaub 4 Liquids gekauft (in der Shake and Vape Variante) zu je 100ml und das hat mich 135€ gekostet. Inzwischen hab ich meine 2 schon wieder aufgebraucht.

      Während ich gestern knappe 100€ in ein neues Setup für meinen Mann investiert habe (quasi sein Weihnachtsgeschenk) und er davon viel mehr haben wird als von den Liquids.

      Trotzdem höre ich das Jammern viel öfter bei Geräten als bei Liquids.

      Woran mag das liegen?

  2. Georg

    Jaaa, Aromen herzustellen, bedarf auch viel mehr Know-How, so etwas ist wesentlich sicherer, das glaube ich gerne, Glückwunsch zu dieser Entscheidung (wusste ich gar nicht). Aromen lassen sich auch sehr schlecht kopieren. Wenn man dort den Massengeschmack, also einen absoluten Renner kreieren kann, dann ist das beinahe wie ein Lotto-Treffer. Aber auch die Geschmacksmanipulation (die Leute auf einen bestimmten Geschmack zu fixieren) kostet enormes Geld, siehe Coca-Cola-Vermarktung. Dennoch, die Aromenherstellung ist einfach nur klasse und erfolgversprechend, glaube ich.

    Tja, das mit den Geräten wird sich wohl zukünftig von selber erledigen. Der Boom der Offliner gerät zwangsweise bald an seine Grenzen – wobei ich hier für Deutschland spreche, in Österreich ist ja momentan noch alles anders. Es sollte gar keine Offlins-Shops geben, sondern alles in normalen Supermärkten verkauft werden. Dorthin geht die Reise, denn das E-Dampfen besitzt nichts Kompliziertes, das einen Fachhandel erfordern würde. Das alles dauert sicher noch 10, 15 Jahre, bis dahin wird es eben solche Diskussionen geben.

    Die berechtigte Kritik der Nörgler geht schließlich nicht um Premium-Geräte, sondern es wird die Frage gestellt, warum dieselben in China produzierten Billig-Geräte eine dermaßen hohe Preisspanne besitzen. Sie ist eben nicht zu rechtfertigen. Der Markt wird es richten und die Diskussionen der Kunden sind Teil dieses Markts. Und 5 Euro bei einem Preis von 20 Euro ist eben ein hoher Preisunterschied, immerhin 25 Prozent. Ich glaube darum geht es den Nörglern, nicht um 5 Euro, sondern dass man sich durch einen Preisunterschied von 25 % leicht über den Tisch gezogen fühlt, das ärgert die Menschen. Es sind Emotionen. Die sind viel wichtiger als die rationale Rechnerei beim Verkaufen, das begreifen viele Händler aber nicht, da nicht wenige unerfahren im Verkauf und Handel sind. Du kannst dieselben billigen Dinge sogar 50% überteuert verkaufen, wenn du entsprechende Emotionen bedienst – und ja, das beginnt bei männlichen Kunden mit einer sexy-cleveren Verkäuferin, führt über Rabattsysteme bis hin zu eigentlich unnützen Boni, Versicherungen oder Zugaben wie auf dem Fischmarkt. Wenn eine Kundin oder Kunde das Gefühl hat, ernst genommen zu werden oder sogar selber ein Schnäppchen gemacht zu haben, wirft er dir sein Geld freiwillig hinterher aber wehe, sie/er fühlt sich über den Tisch gezogen.

    Doch was rede ich – wir – Meckern über Preise gehört zum Markt, so ist der Mensch halt gestrickt. Als Schon-Immer-Selbstmischer würde ich persönlich allerdings niemals 135 Euro für einen halben Liter Liquid ausgeben, auch nicht als Geschenk, da würde ich lieber 500 Euro als Gutschein oder in bar verschenken oder im Falle, es beträfe mich selber, einfach nicht mehr dampfen. So hat halt jeder seine individuellen Schmerzgrenzen, deshalb wird darüber geredet, deshalb interessiert mich dein Artikel auch sehr und deshalb schreibe ich das jetzt auch 🙂

    1. ellililith

      Ja ich fand 135€ auch schmerzhaft aber ich beschwer mich nicht. Weil es gibt diese Liquids nicht als Aroma und ein Nachmischen ist mir bisher noch nicht gelungen. Also investiert man halt.

  3. Georg

    “Ja ich fand 135€ auch schmerzhaft aber ich beschwer mich nicht. Weil es gibt diese Liquids nicht als Aroma und ein Nachmischen ist mir bisher noch nicht gelungen. Also investiert man halt.”

    Jep, als Investigation ist das natürlich völlig in Ordnung, wahrscheinlich sogar notwendig, doch zum bloßen Konsum: non merci.

    Tja, das mit dem Kopieren ist wohl tatsächlich unmöglich, denn sonst hätte es angesichts des Milliarden-Markts schon längst trinkbare Coca-Cola-Kopien gegeben. Annähernd ja, das funktioniert, doch ein perfekter Klon, dazu bräuchte man das Rezept. Es besteht bei all den Versuchen aber eine großartige Chance, etwas sogar Besseres als das Original rein zufällig zu kreieren. Dafür drücke ich dir kräftig die Daumen. Versehentlich sind schon die herrlichsten Dinge entstanden.

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